Diakon Klaus Schlautmann-Haunhorst

Ich wurde am 7.Mai 2006 von Bischof Franz-Josef Bode zum Ständigen Diakon mit Zivilberuf für unsere Pfarrgemeinde St. Martinus geweiht.

Ich freue mich über die späte Berufung und die vielfältigen Möglichkeiten, meinen Glauben zu leben! Es stellt für mich eine besondere Herausforderung dar, das Amt des Diakons, den Zivilberuf und das Leben als Ehemann, Familienvater und Privatperson in Einklang zu bringen. Aus diesem Grunde habe ich meinen diakonalen Schwerpunkt auch, gemeinsam mit meiner Frau, im Bereich der Sterbe- und Trauerbegleitung gelegt.

 

Zur Person

 Ich wurde 1954 in Hamburg Barmbek geboren und bin dort auch dort aufgewachsen. Seit Juli 1979 bin ich mit meiner Frau, Beate Haunhorst, verheiratet. Wir haben 5 Kinder und drei Enkelkinder. Im Jahre 1984 zog ich mit meiner Familie nach Hagen.

Ich bin Psychologischer und Kinder- und Jugendlichen Psychotherapeut sowie Traumatherapeut und arbeite seit 1980 als Leitender Psychologe in einer Fachklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und der Psychotherapie.



 

Sterbe- und Trauerseelsorge / Hospizverein

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Im Jahre 2008 haben wir unter dem Dach des Hospizverein Osnabrück, die Hospizgruppe Hagen a.T.W. ausgebildet. Seitdem begleiten wir ambulant sterbende und trauernde Menschen jeden Alters sowie deren Familien. Im Mai 2012 haben wir den Hospizverein Hagen a.T.W. als eigenständigen, gemeinnützigen Verein gegründet. Die Hospizgruppe Hagen, die sich in Hospizgruppe Offene Hände umbenannt hat, setzt ihre Arbeit unverändert fort.

www.hospizverein-hagen-atw.de/





Veranstaltungen 2017:

Benefizkonzert: "Was uns wichtig ist"
19. Februar 2017, 17 Uhr
Ehemalige Kirche Hagen a.T.W.


Rock und Pop, bis die Luft vibriert; mit der Band "Saitenspringer" aus Kloster Oesede. Präsentiert werden u. a. Songs von Boss Hoss, Ed Sheeran, Udo Jürgens, Revolverheld, Sarah Connor und Udo Lindenberg. Hier finden Sie das Plakat zum Konzert.


Trauercafé
5. März 2017, 15 - 17 Uhr 
Gemeinde Mariä Himmelfahrt, Hagen a.T.W.


Dieses Angebot ist gedacht für Menschen, die den Verlust eines Nahestehenden betrauern und darüber mit anderen ins Gespräch kommen möchten. Die Veranstaltungsorte für das Café wechseln zwischen den drei Hagener Kirchengemeinden, weil es sich um eine Zusammenarbeit zwischen den drei Gemeinden und dem Hospizverein im Rahmen eines gemeinsamen Arbeitskreises zur Trauerpastoral handelt. Es sind aber unabhängig von Glauben, Alter oder Geschlecht alle Trauernden eingeladen, die mit ihrer Trauer nicht allein bleiben möchten.
Das Trauercafé wird von Mitgliedern des Arbeitskreises Trauerpastoral organisiert, die bei Bedarf auch für Gespräche zur Verfügung stehen. 
Nähere Informationen folgen.


Mitgliederversammlung 2017
10. März 2017, 19 Uhr 
Altes Pfarrhaus in Hagen a.T.W.


Alle Mitglieder und Interessierte sind herzlich eingeladen zu einem Rück- und Ausblick auf die Arbeit des Vereins.


Benefizkonzert: "Die Wärme und den Süden in unsere Herzen holen"
18. März 2017, 19 Uhr
Ehemalige Kirche Hagen a.T.W.

Gitarrenmusik vom Feinsten mit Ramona Bücker und Tim Sandkämper


Offene Kapelle am Waldfriedhof (mit Kolumbarium)
9. April 2017, 14.30 - 17 Uhr

An diesem Nachmittag besteht die Möglichkeit, unabhängig von einem konkreten Trauerfall und einer Bestattung diesen besonderen Ort in Ruhe kennenzulernen und auf sich wirken zu lassen.

Jeweils am zweiten Sonntag im Quartal werden wir dieses Angebot wiederholen. Die nächsten Termine sind also am 9. Juli und 8. Oktober 2017 zur gleichen Zeit.



Herzliche Einladung zu allen Veranstaltungen!







„Du bist nicht allein“ –
Neugegründeter Hospizverein Hagen stellte sich vor

Mit einem stimmungsvollen Abend feierte der Hospizverein Hagen a. T. W. am vergangenen Freitag seine Gründung und stellte sich erstmals der Öffentlichkeit vor. Mehr als 90 Gäste waren der Einladung ins Bürgerhaus in Natrup-Hagen zu Thema „Mitten im Leben“ und „Du bist nicht allein“ gefolgt. „Du bist nicht allein“, diese Botschaft, gefühlvoll und stimmgewaltig zugleich interpretiert von Sylvia Jenssen, sorgte bereits zu Beginn der Veranstaltung für Gänsehaut beim Publikum und zog sich wie ein roter Faden durch den weiteren Abend.

Menschen, die dem Tod nahe sind, nicht allein zu lassen, sei das wichtigste Anliegen des neu gegründeten Hospizvereins, so der erste Vorsitzende, Klaus Schlautmann-Haunhorst. Wie eine Sterbebegleitung verlaufen kann, stellten Beate Haunhorst, Leiterin der Hospizgruppe „Offene Hände“ und die anwesenden Sterbe- und Trauerbegleiterinnen und –begleiter der Gruppe an einigen Beispielen in eindrucksvoller Weise dar. Einem Sterbenden zuzuhören oder ihm einen wichtigen letzten Wunsch zu erfüllen, seien Trost gebende Gesten von hoher Bedeutung.

Aber nicht nur den Sterbenden, auch den Angehörigen stehen die Begleiterinnen und Begleiter bei. Sowohl in der Sterbephase als auch in der sich anschließenden Trauerzeit wollen sie „da-sein“, unterstützen und begleiten
Unterstützt werden sie durch den neuen Verein. Er will dafür sorgen, dass die ehrenamtlichen Hospizhelferinnen und –helfer gute Rahmenbedingungen für ihre Arbeit haben. Dazu gehören monatliche Gruppen-Treffen für Reflexion und Austausch, regelmäßige Gruppen- und Einzel-Supervision, sowie mehrmals jährlich Weiterbildungs-Wochenenden und –tage.

Das zentrale Anliegen des Vereins ist eine Veraänderung der Sterbe-, Trauer- und Bestat-tungskultur durch Begegnung, Information und offene Auseinandersetzung mit dem Thema Tod und Sterben in unserer Gesellschaft; dies insbesondere durch die Verknüpfung von kulturellen Angeboten, Begegnung und Gespräch. Ein erster Schritt dazu war die Veranstaltung im Bürgerhaus.
Mal leise, mal laut, mal ernst, mal fröhlich, aber immer gut geleitet durch die Moderation von Josef Niehenke erlebten die Besucher einen eindrucksvollen Abend. Für das Rahmenprogramm sorgten neben Sylvia Jenssen (Gesang) und Matthias Puck (Keyboard) auch Michael Schön-hoff, der die Gäste am Schluss des Abends zum gemeinsamen Singen einlud.

Themenbezogene Bücher, ausgewählt von Doris Schönhoff (Buchhandlung Sedlmair), und der Verkauf von selbst gefertigten Karten von Lydia Herbermann zugunsten des Hospizvereins sorgten für weitere Anregungen. Bei einem wärmenden Glas Tee konnten sich die Gäste im Anschluss an das offizielle Programm über ihre Eindrücke austauschen. ( A.Loheider, K.Schlautmann-Haunhorst )

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Die Homepage der Hospizgruppe finden Sie unter http://www.hospizverein-hagen-atw.de/

 


Predigten

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Worte und Texte

 

„ Ich bin da!“

 „Präsenz“, ein zentraler Begriff in der heutigen Pädagogik, Psychologie und Kommunikationswissenschaft. Im Fernsehen und in den Medien und Fernsehshows wird häufig von „Medien- oder Bühnenpräsenz“ gesprochen. Personen mit großer Präsenz erfahren allgemein, auch am Arbeitsplatz große Achtung und  Wertschätzung. Die Erziehungswissenschaft fordert von Eltern, Erziehern, Sozialarbeitern und Lehrern hohe Präsenz; gerade in Situationen von Grenz- und Regelüberschreitungen, in Situationen von Grenzverlust, Sucht, Gewalt und sozialen Konflikten. Es werden Schulungen und Trainings vielfältiger Art zur Entwicklung und Stärkung der Präsenz angeboten; auch in der Aus- und Weiterbildung von Führungskräften und Personen mit Leitungsaufgaben.
Ziel ist es auch, Kindern, Jugendlichen und Menschen mit fehlender oder mangelnder Orientierung ein Gegenüber zu bieten und das Gefühl, in ihrem Denken und Handeln ernst genommen zu werden, ihnen ein Gespür für Recht und Unrecht zu vermitteln.Es geht darum, nicht weg zu sehen, sondern hin zu schauen, nicht die Ohren zu verschließen, sondern hin zu hören und Stellung zu beziehen; nicht passiv zu bleiben sondern aktiv zu werden und zu handeln.


Die Lesungen und das Evangelium des heutigen Sonntags fordern uns, jede Christin und jeden Christen, entschieden dazu auf.
Sie bieten ein Modell für Begegnung, soziale Präsenz und Auseinandersetzung; auch in unseren christlichen Gemeinden und Gemeinschaften.

Der Name unseres -christlichen- Gottes: „ICH BIN DER; ICH BIN DA“ ist das Programm christlichen Lebens, unsere Sicherheit und unser Auftrag. In den Gottesdiensten dieses Wochenendes lade ich Sie ein, diesen Gedanken zu folgen, sich stärken zu lassen und auf Ihren Lebensalltag zu übertragen.

Mit herzlichen Grüßen,
Klaus Schlautmann-Haunhorst,
Diakon mit Zivilberuf.

 

Urlaub: Frei sein „für…!“

Das Wort „Urlaub“ stammt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet seiner Herkunft nach: „Erlaubnis“. Ich darf mir, Sie dürfen sich im Urlaub etwas erlauben! Nicht „frei sein von…“, sondern „frei sein für…“

Ich lade Sie ein, meinen Gedanken als Urlaubseinstimmung zu folgen und sie, wenn Sie wollen, mit in den Urlaub zu nehmen.

Woran erkennen Sie, dass Sie Urlaub haben; dass Sie sich erholt haben?

Woran erkennen Sie, dass Sie Gott begegnet sind?

Hat das Eine etwas mit dem Anderen zu tun? Wollen Sie, dass

Urlaubszeit und Begegnung mit dem Göttlichen Geist etwas miteinander zu tun haben? Wollen Sie in diesem Urlaub beides miteinander in Verbindung bringen?

Es geht! Wenn Sie sich dazu entscheiden. Wenn Sie es sich erlauben!

Sie können diesen Urlaub, diese Ferien, Ihre Erholung in Verbindung mit Gott bringen. Sicher haben Sie sich den Urlaub verdient. Sicher habt Ihr Euch die Ferien verdient. Sie können sich vornehmen, ja erlauben, die darin enthaltenen schönen, erholsamen Erfahrungen und Begegnungen als Gotteserfahrung zu sehen, als Ausdruck der Nähe und Gegenwart

Gottes: Begegnungen mit netten Menschen; Gemeinschaftserfahrungen; die schöne Landschaft; singende Vögel und andere Naturerfahrungen; den Sonnenschein; die Freude an spielenden Kindern; die Zeit, die Sie sonst nicht haben; für Hobbies, Gespräche und Muße…

Erlauben Sie es sich am Abend vor dem Einschlafen, in besonders schönen Situationen oder zu fest gelegten Zeiten und Tagesabschnitten: Zeiten für Dank an das Göttliche „DU“.

Erlauben Sie sich diese Übung auch in der Familie mit Ihren Kindern  oder mit Freunden. Dies ist vielleicht eine neue Sichtweise und Übung. Sie stärkt aber den Wert der Erfahrung, die Beziehung zu Gott und den persönlichen Glauben. Sie können es sich täglich erlauben, jeden neuen Urlaubstag, die darin enthaltenen Erfahrungen als Begegnung mit dem Geist Gottes zu verstehen. Eine Übung, die Ihren Urlaub bereichern wird: Erlauben Sie sich einen Urlaub mit Gott an der Seite, einen Urlaub in Beziehung zu Gott. Eine Übung auch für die Zeit danach und nicht nur für die Urlaubszeit. Sprechen Sie miteinander über diese Erfahrungen mit meinem Vorschlag. Beziehungen, auch die zu Gott, wollen gepflegt sein. In diesem Sinne, einen gesegneten Urlaub mit Gott an Ihrer Seite

Ihr Klaus Schlautmann-Haunhorst, Diakon mit Zivilberuf.

 

Aufwachen! Vorsicht: Ansteckungsgefahr!

„Eine Kirche, die nicht aus sich selbst herausgeht, erkrankt in der stickigen Luft ihrer Enge!“ „Wir müssen wachsen im freien Austausch der Meinungen“. „Wir sind eine Gesellschaft, die die Erfahrung des Weinens, des Mit-Leidens“ vergessen hat: die Globalisierung der Gleichgültigkeit hat uns die Fähigkeit zu weinen genommen!“ Worte des Bischofs von Rom, des  Papstes Franziskus
Papst Franziskus ermutigt und fordert Laien, Geistliche und hohe kirchliche Amtsträger auf, aus sich heraus zu gehen; auch auf die Gefahr hin, Fehler zu machen. Papst Franziskus steht meines Erachtens in Wort und Tat für Geradlinigkeit, Glaubwürdigkeit, Risikobereitschaft, Konfrontationsbereitschaft, entschiedenes Auftreten gegen Ausgrenzung, Ausbeutung und Ungleichheit aus der Kraft der Liebe und der Wurzel unseres christlichen Glaubens.
Deinen eigenen Weg, wünsche ich dir,
auf dem du zu dir stehen und unterwegs bleiben kannst
zu dem Ziel, das du in dir spürst.
Auf dem du deine eigenen und dir gemäßen Fortschritte machst,
dich entwickelst durch kleinere und größere Erfolge.
Übernimm keine dir fremden Konzepte
und lass dich nicht zu etwas drängen,
das dir nicht entspricht.
Geh lieber Schritt für Schritt dorthin,
woher du dich gerufen fühlst,
denen entgegen, die dir aufrichtig begegnen.
Habe den Mut auch über dich hinauszugehen
und deinen Horizont dem Ungewissen zu öffnen.
Nicht deine Herkunft prägt deinen Weg, sondern dein Ziel.    
Thomas Romanus

Was müsste geschehen, damit hier in Hagen, in unserer Pfarreiengemeinschaft , in mir und Ihnen eine heilsame Unruhe nach vorn entsteht? Woran würden wir dies erkennen?
Herzlich grüßt Ihr/Euer   

Klaus Schlautmann-Haunhorst /Diakon mit Zivilberuf



       „ Denn Gott hat uns nicht den Geist der Verzagtheit gegeben,
sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“
(2 Tim 2,7 )

„ Der Herr erwiderte: Wenn euer Glaube auch nur so groß wäre wie ein Senfkorn, würdet ihr zu dem Maulbeerbaum hier sagen: Heb dich samt deinen Wurzeln aus dem Boden und verpflanz dich ins Meer! und er würde euch gehorchen. „ (Lk 17,6)
Liebe Gemeinde,
ich glaube, diese ermutigenden Sätze der Frohen Botschaft hat auch Papst Franziskus verinnerlicht. Papst Franziskus möchte Kräfte, Glaubenskräfte, sammeln und freisetzen. Er möchte uns ermutigen, neue Wege zu gehen und aufzubrechen. Er lebt mir und allen Christen diesen Weg vor; im Zentrum des Vatikan und über dessen Grenzen hinaus. In seinem letzten Interview äußert sich Papst Franziskus auch zur Rolle der Frauen in der Kirche. Er fordert, dass
 „die Räume der einschneidenden weiblichen Präsenz in der Kirche ... weiter werden.“ „Der weibliche Genius ist nötig an den Stellen, wo wichtige Entscheidungen getroffen werden. Die Herausforderung heute ist: reflektieren über den spezifischen Platz der Frau gerade auch dort, wo in den verschiedenen Bereichen der Kirche Autorität ausgeübt wird.““
Was denken Frauen hier in Hagen, in unserem Pfarreienverbund, wenn sie diese Worte hören? Was bewegt sie? Mich interessiert dies sehr. Bitte, teilen Sie sich mit, sprechen sie darüber, machen Sie sich auf den Weg der Erneuerung! Wie sieht er aus?
Wir sind aufgefordert, die Worte des Papstes ernst zu nehmen; sie nicht nur zu hören und dann wieder zu vergessen und abzuwarten, was er wohl noch Schönes sagen wird. Er fordert uns auf, von dieser Frohen Botschaft zu erzählen, darüber mit einander zu sprechen, sie in unseren Lebens- und Gemeindealltag zu übersetzen und auf neue Art und Weise zu handeln; auch hier in unserem Pfarreienverbund.
In den Gottesdiensten dieses Wochenendes in St. Martinus mehr davon...
Ich glaube, die Zeit ist reif. Unser Papst, unsere Kirche, braucht Resonanz in Worten, kraftvollen und sichtbaren Zeichen und Taten!
       Herzlich grüßt Ihr/Euer  
Klaus Schlautmann-Haunhorst / Diakon mit Zivilberuf

Texte zurm Advent

Vielleicht geht dir
in der Mitte der Nacht ein Licht auf

vielleicht hörst du unverhofft
eine neue Botschaft

vielleicht ahnst du plötzlich
dass Frieden auf Erden denkbar ist

vielleicht erfährst du schmerzhaft
dass du Altes zurücklassen musst

vielleicht spürst du
dass sich etwas verändern wird

vielleicht wirst du aufgefordert
aufzustehen und aufzubrechen

schweige und höre
sammle Kräfte und brich auf
damit du den Ort findest
wo neues Leben möglich ist.

   Max Feigenwinter



Wenn du zum Tor
des Lebens gelangen willst,
musst du aufbrechen, einen Weg suchen,
der auf keiner Karte verzeichnet
und in keinem Buch beschrieben ist.
Dein Fuß wird an Steine stoßen,
die Sonne wird brennen
und dich durstig machen,
deine Beine werden schwer werden.
Die Last der Jahre
wird dich niederdrücken.
Aber irgendwann wirst du beginnen,
diesen Weg zu lieben.
Weil du erkennst, dass es dein Weg ist.

Du wirst straucheln und fallen,
aber die Kraft haben, wieder aufzustehn.

Du wirst Umwege und Irrwege gehen,
aber dem Ziel näherkommen.

Alles kommt darauf an,
den ersten Schritt zu wagen.
Denn mit dem ersten Schritt
gehst du durch das Tor.

Wolfgang Poeplaus



Zu den alltäglichsten unseres alltäglichen Alltages gehört das Gehen.

Man denkt nur daran, wenn man nicht mehr gehen kann, sondern eingesperrt oder gelähmt ist.
Dann empfindet man das Gehenkönnen plötzlich als Gnade und als Wunder.

Wir sind nicht Pflanzen, die an eine ganz bestimmte vorgegebene Umwelt gebunden sind, wir suchen selbst unsere Umwelt auf, wir verändern sie, wir wählen und gehen.

Wir erleben uns im Wandeln als die sich selbst Wandelnden, als die Suchenden, die erst noch ankommen müssen.

Wir erfahren, dass wir die Wanderer zu einem Ziel, aber nicht die ins bloße Leere Schweifenden sein wollen.

Wir gehen, wir müssen suchen.

Aber das Letzte und Eigentliche kommt uns entgegen, sucht uns, freilich nur, wenn wir gehen, wenn wir entgegengehen.
Und wenn wir gefunden haben werden, weil wir gefunden wurden, werden wir erfahren, dass unser Entgegengehen selbst schon getragen war (Gnade nennt man dieses Getragensein) von der Kraft der Bewegung, die auf uns zukommt, von der Bewegung Gottes zu uns.

                Karl Rahner



    

 

 

Zusätzliche Informationen